Sonntag, 5. Oktober 2014

Erntedank

Bereits seit zwei Wochen wissen wir, dass der Kuschelbär gemeinsam mit seiner Kindergartengruppe ein kleines Programm für das Erntedankfest vorbereitet hat.
Mit gut vorbereitetem Kind sollten wir heute pünktlich in der Kirche zum Gottesdienst erscheinen.
Das bedeutet, dass wir gemeinsam mit dem Kuschelbär seinen Text üben sollten. Er sollte im Rahmen des Programms sagen: "Zwei dicke Birnen, ich habe sie selbst gepflückt."
Für unseren kleinen Liebling, der ganze Lieder in Windeseile lernt, war das natürlich keine Herausforderung. Trotzdem hat er darauf bestanden, jeden morgen abgefragt zu werden. Da der Text sofort saß, habe ich noch gesagt, dass so eine Kirche groß ist und auch ältere Menschen beim Gottesdienst dabei sein werden. Deshalb sollte der Kuschelbär besonders deutlich und natürlich laut sprechen. Auch das wurde sofort umgesetzt.

Am dritten Tag fragte ich wie jeden Morgen nach dem Erntedankspruch. Plötzlich leierte die Kaisermotte völlig genervt: "Zwei dicke Birnen, ich habe sie selbst gepflückt." Danach hat auch der Kuschelbär eingesehen, dass er den Text kann und auf das Abfragen verzichtet.
Neben dem Text fiel mit als Mama die Aufgabe zu ein kleines Ernetdankkörbchen zu füllen. Der Inhalt geht später an die lokalen Tafeln um Menschen in Not zu gute zu kommen. Aus diesem Grund habe ich mich neben dem frischen Obst und Gemüse auch für einige länger haltbare Lebensmittel entschieden. Verziert haben wir den Korb mit etwas Laub aus dem Garten. 

Erntedankkorb


Leider habe ich es wohl doch etwas zu gut gemeint, denn der Kuschelbär konnte das Körbchen leider nicht tragen. Aber seine Erzeiherin hat den Job gerne übernommen, während das Bärchen einem Mädchen beim Tragen ihres ebenfalls zu schweren Korbs behilflich war.
Seine Text hat der Kuschelbär natürlich wunderbar rezitiert. Allerdings konnte ich nicht ahnen, dass unsere Kirche auch mit Mikrofonen arbeitet, so dass das von mir angemahnte laute und deutliche Sprechen mithilfe der Technik bestimmt noch im Nachbarort gehört wurde... Auch die Kaisermotte durfte beim restlichen Programm mitwirken und hat stolz die Lieder auf der Bühne mitgesungen.

Ich gebe es ehrlich zu: das war das erste Mal, dass ich einem Gottesdienst beigewohnt habe. Ich bin zwar sehr emotional, aber eben auch rational und glaube nur an das was sich beweisen lässt. Deshalb war explizites Danke sagen zu Gott sehr gewöhnungsbedürftig. Ich bin durchaus dafür der Natur für ihre Gaben zu danken und auch dafür, dass wir so leben dürfen wie wir es tun. Dafür allerdings eine höhere Gewalt verantwortlich zu machen widerspricht meinem Naturell. Ich weiß, dass wir uns das meiste selbst erarbeitet haben - natürlich spielen die Rahmenbedingungen dabei auch immer eine Rolle. Aber ich schweife ab. Dazu nur noch so viel: jeder darf gerne glauben was er will und wenn sich unsere Kinder später für einen Eintritt in die Kirche entschieden, werden wir dies selbstverständlich unterstützten.
Der Gottesdienst war natürlich durch das Programm der Kindergartenkinder auch für mich wunderbar und ich freue mich bereits auf das Programm im nächsten Jahr.

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