Dienstag, 18. November 2014

Wie ich heute einen fremden Mann umarmte

Der Tag heute fing gar nicht gut an.

Mit der Geschichte muss ich allerdings schon gestern Abend beginnen:
Als wir im Bett liegen und ich wie immer Papa Maus frage, ob er abgeschlossen hat, sagt mir dieser noch, dass unser elektrischer Türschlossantrieb gepiepst hat und ich die Batterien wechseln muss. Ich frage noch an, ob Papa Maus das nicht schnell machen könnte, aber er möchte nicht noch mal aufstehen. Das war Fehler Nr. 1. Ich sollte nur die Batterien zeitnah wechseln und auf jeden Fall immer zusätzlich einen Schlüssel einstecken.
Heute Morgen, Papa Maus ist natürlich bereits auf dem Weg zur Arbeit an der er auch bis Freitagabend bleibt, ist es wie immer hektisch. Ich lasse mir beim Verlassen des Hauses noch schnell den Türöffner vom Kuschelbär geben und schließe die Tür mit diesem ab. Das waren jetzt Fehler Nr. 2, 3 und 4. Davon ahnte ich aber genau eine Minute nichts. Ich wähnte mich in trügerischer Zufriedenheit. Die Kinder pünktlich fertig gemacht und jetzt nur noch schnell zum Kindergarten. Leider fing es genau in dem Moment an zu nieseln und ich wollte, da ich den Knuddelkäfer auf dem Bauch trug, doch lieber einen Regenschirm mitnehmen. Also alle zurück zur Haustür. Knopf des Schließer betätigt und er schloss auf, schaffte es aber nicht mehr die Falle zurück zu ziehen. Genau in diesem Moment fielen mir meine drei Fehler auf: Ich hatte vergessen die Batterien zu wechseln, ich hatte keinen Schlüssel mitgenommen und ich hatte die Tür auch noch mit dem Antrieb abgeschlossen. 
Glück im Unglück, wenigstens hatte ich mein Handy dabei. Leider waren Oma und Opa, die im Nachbarort wohnen, noch nicht aufgestanden und somit auch nicht zu erreichen.

Damit wir nicht länger im Regen standen habe ich die Kinder erst mal in den Kindergarten gebracht. Unterwegs erreichte ich dann auch Papa Maus, der leider auch keinen Schlüssel mitgenommen hatte... Zurück Zuhause waren dann auch Oma und Opa erreichbar, die allerdings auch keinen Schlüssel haben. Ich bat sie Einbruchswerkzeug einzupacken und zu mir zu kommen. 

In der Zwischenzeit fand ich beim Bäcker des Ortes Unterschlupf und genoss eine heiße Schokolade. Als Oma und Opa nach einer gefühlten Stunde ankamen, musste Oma erst mal meine Zeche zahlen, dann versuchte Opa an die Falle der Tür zu gelangen, was aber wie erwartet nicht funktioniert. Schließlich hatten wir die extra sichere Ausführung von Tür und Schloss gewählt.
Blieb nur noch ein Schlüsseldienst. Nachdem ich den ersten angerufen hatte, erwägte ich schon ein Kellerfenster einzuschmeißen. Der Herr wollte sich erst die Tür ansehen, hatte noch nicht mal Zeit sich mein konkretes Problem anzuhören und außerdem sollte ich die Anfahrt zahlen und das ohne Preisvorstellung. Bei mir läuteten alle Alarmglocken und ich erinnere mich an so einige Reportagen über Abzocke bei dem Thema. Ich sah mich schon am Bankautomaten 300€ abheben...
Zum Glück gibt es in der Branche auch seriöse Schlüsseldienste und den fanden wir auch beim zweiten Anruf. Der Kollege sagte uns einen konkreten Preis, gab aber auch zu nur in Vertretung zu arbeiten und deshalb eventuell etwas länger zu brauchen. Keine dreißig Minuten später war er da und schaffte es beim dritten Versuch die Falle zu lösen und die Tür zu öffnen. 
Ich war so froh, dass ich ihn kurz um Erlaubnis fragte und dann einfach umarmen musste.

So kam es also, dass ich heute Morgen einen fremden Mann umarmte während Opa neben mir stand und dafür, also die Rettung in der Not, 60€ ausgab. 

So und jetzt mache ich nach der ganzen Aufregung erst mal Frühstück und nachher geht es mit dem Knuddelkäfer noch zum Kinderarzt zur Impfung. Der Rest der Woche kann nur noch besser werden.

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