Montag, 2. Februar 2015

Und das soll schmecken

Seit ich geboren bin, also seit genau sechs Monaten, bekomme ich immer wenn ich Hunger habe Milch von Mamas Brust.
Damit bin ich vollkommen zufrieden. Laut Kinderarzt wachse ich tüchtig und nehme auch kräftig zu. Wenn ich Fläschen bekommen würde, müsste Mama mein Essen reduzieren, aber mit Muttermilch kann ich gar nicht zu dick werden. Meine Muttermilch-Speckpolster sind nur die Kraftreserven, die ich für alles was ich noch lernen will brauche.

Alles ist wunderbar. Ich korrigiere: Alles war wunderbar. Bis heute Mittag.
Mama hat mich wie immer in den Hochstuhl gesetzt. Von dort aus darf ich immer zugucken, wie alle essen. Das sieht immer sehr spannend aus. Oft versuche ich auch nachzumachen, wie die anderen kauen. Wenn alle fertig sind, werde ich dann immer gestillt und wir machen Mittagsschlaf.
Heute allerdings hat mir Mama etwas um den Hals gebunden. Ich glaube sie nannte das Lätzchen. Ich habe versucht es in den Mund zu nehmen, aber das durfte ich nicht. Alle Familienmitglieder haben mich angeschaut und Mama hat sich vor mich gesetzt. Sie hat mir einen Löffel hingehalten und ich habe ihn mir in den Mund gesteckt. Das haben wir in letzter Zeit öfter gemacht, aber dieses Mal war da irgendetwas Ekliges drauf. Ich habe das Zeug natürlich sofort ausgespukt und mich bei Mama beschwert. Sie ließ sich davon nicht abhalten und hat mir wieder den Löffel hingehalten. Auch beim zweiten Mal war das breiige Zeug darauf nicht besser.
Ich kann gar nicht verstehen, warum immer alle am Tisch sitzen und etwas anderes als Muttermilch essen wollen. Das schmeckt doch überhaupt nicht. Mittlerweile würgt es mich. Zum Glück räumt Mama jetzt den Teller weg. Ich hoffe, das Thema ist damit gegessen. Jetzt will ich erst mal Milch trinken und mich beim Mittagsschlaf von dem ganzen Stress erholen.

Nicht jedem Baby schmeckt der Brei beim ersten Mal

Das war er also unser Start in die Beikost. Dem Knuddelkäfer hat es nicht geschmeckt und er hat sein kleines niedliches Gesicht verzogen. Zum Glück hat er den Brei nur langsam wieder aus seinem Mund laufen lassen und nicht meterweit gespuckt. Gefallen hat er noch nicht wirklich am Brei aus weißen Möhren gefunden. Er hat in Summe circa einen Teelöffel gegessen. Wir probieren morgen nochmal und ich hoffe, dass der kleine Mann nicht zu lange braucht um sich an das neue Essgefühl zu gewöhnen.
Da er reichlich zunimmt, haben wir keine Eile mit der Umstellung auf feste Nahrung. Trotzdem werden wir den einmal beschritten  Weg konsequent weitergehen. Allerdings in der Geschwindigkeit die der Knuddelkäfer vorgibt. Ich werde ihn zu nichts zwingen und ihm seine Zeit lassen.

Beim dritten Kind, dass ich an Beikost gewöhne, habe ich eine gewisse Routine. Ich habe im Vorfeld wieder viel gelesen und mich zum Beispiel mit Baby-led-weaning auseinander gesetzt. Für mich hört sich ein Start in die Beikost ganz ohne Brei verlockend an. Auch weiß ich, dass viel Empfehlungen, die noch vor 4 Jahren beim Kuschelbär galten heute als überholt angesehen werden. Nennen Sie mich konservativ. Ich werde trotzdem den bei uns bewährten Pfad zur Beikost und zum Essen am Familientisch gehen.
Ab dem 6. Monat gibt es Mittags Brei. Zuerst Möhrenbrei, dann nach einen Woche Möhren-Kartoffel-Brei und ein paar Tage später wird es den ersten Fleisch-Möhren-Kartoffel-Brei geben. Neue Sorten von Gemüse, Fleisch oder Beilagen werde ich immer nur einzeln und langsam einführen, damit sich der Knuddelkäfer langsam daran gewöhnen kann. Um unserem Baby genug Eisen für seine Entwicklung zu geben, wird er ab dann jede Woche 4 Fleisch- und eine Fisch-Mahlzeit erhalten, zwei Mal in der Woche darf er vegetarisch schlemmen.
Ab dem 7. Monat wird es abends Milch-Getreide-Brei geben und ich hoffe, dass er dann auch länger schläft. Der Brei sättig schließlich etwas mehr als Muttermilch alleine. Den Brei werde ich aus Geteidepulver und Folgemilch selbst kochen. Ich bin da etwas eigen. Meine Kinder sollen keine Kuhmilch vor dem ersten Geburtstag erhalten und ich möchte so gut es geht auf Aromastoffe verzichten. In der Babyernährung ist für mich weniger einfach mehr.
Außerdem kann ich später aus dem gleichen Getreidebrei, die Getreide-Obst-Breie für den Nachmittag mischen.
Zu seinem ersten Geburtstag wird der Knuddelkäfer das erste Mal Schokolade probieren dürfen. Bis dahin ist noch ein halbes Jahr Zeit und auch ihm wird irgendwann unser Essen schmecken. Sogar besser als Muttermilch. Er wird dann langsam aber sicher von einem Säugling zum vollwertigen Esser an unserem Familientisch. Ich freue mich darauf und werde weiter berichten.

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