Samstag, 16. Januar 2016

Haushaltshilfe in der Schwangerschaft - ja, natürlich... ABER...

Wenn ich ehrlich bin, beneide ich immer die Schwangeren, die bis kurz vor der Geburt ohne Probleme arbeiten können und sich einfach nur schön und fit fühlen.
Ich bin nun zum 4. Mal schwanger und von diesem Zustand weiter entfernt als jemals zuvor. Bisher war keine meiner Schwangerschaften aus dem Bilderbuch. Immer hatte ich Beschwerden, die mich mehr oder weniger einschränkten.

Ich muss zwar durch die Elternzeit des Knuddelkäfers nicht arbeiten, aber ich habe nun mal drei Kinder, die versorgt werden wollen und einen Mann, der unter der Woche nicht zuhause ist. Das stellt mich leider vor einige Herausforderungen:

Die beiden großen Mäusekinder gehen zwar 3 Stunden in den Kindergarten, der ist aber 750m entfernt und so weit kann ich aktuell nicht laufen. Auto zu fahren ist auch keine Option, da ich die Kupplung nur unter starken Schmerzen bedienen kann.


Der Knuddelkäfer kann zwar Laufen, aber ich muss ihn mit seinen 10 kg trotzdem laufend anheben. Entweder zum Wickeln, ins Laufgitter, in den Hochstuhl oder in die untere Etage. Gut manchmal wickele ich ihn auch auf den Fußboden, aber das Aufstehen fällt mir danach auch sehr schwer.

Außerdem soll ich mich laut Arzt bei auftretenden Kreislaufproblemen und Herzrasen eigentlich ins Bett legen. Nur wohin in der Zeit mit den Mäusekindern?

In den vorangegangen Schwangerschaften waren alle Beschwerden so, dass es irgendwie mit der Unterstützung meiner Eltern ging. Dieses Mal allerdings brauche ich zusätzlich Hilfe von außen.

Deshalb habe ich am Montag einen Antrag auf Haushaltshilfe während der Schwangerschaft bei der Krankenkasse gestellt. Meine Eltern holten den Antrag in der Geschäftsstelle ab, ich ließ mich zum Frauenarzt fahren, der den medizinischen Teil ausfüllte und brachte den Antrag direkt wieder in die Geschäftsstelle.
Danach begann ein Drama, das bis heute nicht beendet ist und mich schon viele Nerven und auch einige Tränen gekostet hat. Eigentlich soll die Haushaltshilfe eine Entlastung sein und mir ermöglichen mich zu schonen, aber...

Also von Anfang an. Nachdem ich den Antrag abgegeben hatte, habe ich einige Adressen von Pflegedienstene erhalten, die für Haushaltshilfe in der Schwangerschaft zuständig sein könnten. Direkt Montagabend begann ich die Liste abzutelefonieren. Außerdem suchte ich mir weitere Telefonnummern von Diensten aus der Umgebung. Langer Rede kurzer Sinn, nach über 35 angerufenen Pflegediensten waren zwei übrig, die eventuell Haushaltshilfe leisten könnten. Beide gaben die Chance mit circa 20% an. Sie wollten mir keine falsche Hoffnung machen. Alle anderen sagten mir direkt ab.

Am Mittwoch rief ich bei der Krankenkasse an, ob es nicht noch andere Wege gibt und wie lange die Bearbeitung meines Antrages wohl dauern wird. Mir wurde lapidar mitgeteilt, dass ich, wenn ich keinen finden kann, eben weitersuchen soll. Außerdem war der Antrag immer noch nicht bei der zuständigen Sachbearbeiterin angekommen. Er wurde mir erneut per Post zugesendet, falls er verloren gegangen sein sollte. Zum Glück hatte sich meine Ärzt geistesgegenwärtig eine Kopie der Bescheinigung erstellt, so dass wenigstens diese noch mal vorlag. Von meinen Daten hatte ich natürlich keine Kopie, ich hatte sie ja direkt bei der Krankenkasse abgegeben. Der Fehler passiert mir auch nicht noch einmal.

Die Ärztin konnte somit zeitnah den Befund direkt zur Krankenkasse faxen, ich musste noch auf den Antrag warten. Leider wurde der Befund ein Opfer der Hauspost der Krankenkasse, er war erneut verschwunden und ich mit meinen Nerven schon am Ende.

Donnerstag dann die Absage des vorletzten Pflegedienstes. Die Chefin des verbleibenden Pflegedienstes stellt mir in Aussicht, wenn möglich eine neue Kollegin für den Job einzustellen. Sie wollte auch die Nummer meiner Sachbearbeiterin um weiter Details zu klären. Dort bekam sie die Aussage, dass die Haushaltshilfe maximal für 6 Wochen bezahlt wird. Für mich brach eine Welt zusammen. In sechs Wochen bin ich gerade in der 29. SSW. Was sollte in den restlichen 11 Wochen geschehen. Meine Beschwerden werden nicht mehr besser, eher noch schlimmer. Hätte ich wenigstens die Option ins Krankenhaus zu gehen und dort einfach die Kinder mitzunehmen. Aber das geht natürlich nicht. Ich frage mich ernsthaft, wie das Alleinerziehende ohne Familie machen. 

Nach einem kleinen Tränenausbruch meinerseits, habe ich mich direkt in die verschiedenen Gesetze eingelesen und nach Erfahrungsberichten anderen Betroffener gesucht. Immer wurde wie von mir vermutet und mir auch im ersten Schritt von der Krankenkasse mitgeteilt von einer Haushaltshilfe bis zur Entbindung gesprochen.

Am Freitag dann die teilweise Erlösung: Endlich war der erste Antrag vom Montag doch angekommen. Wobei 4 Tage Postlaufzeit vor allem der krankenkasseninternen Hauspost anzulasten sind. Hätte ich das von Anfang an gewusst und den Antrag normal versendet, wäre er zwei Tage früher angekommen.
Außerdem wurde mir mitgeteilt, dass doch die Zeit bis zur Geburt für die Haushaltshilfe ausschlaggebend wäre. Kein Wort mehr von angeblich nur sechs Wochen. 
Allerdings muss der Antrag noch zum Medizinischen Dienst. Dieser ist aber am Montagmorgen dort und spätestens Montagmittag soll ich den vorläufigen Bescheid telefonisch erhalten.

Jetzt heißt es wieder warten und natürlich heißt ein positiver Bescheid noch nicht, dass ich auch jemanden finde, der die Haushaltshilfe leisten kann.

Die Chefin des verbleibenden Pflegedienstes war der einzige Lichtblick in der letzten Woche. Sie ist sehr engagiert und war sogar bei uns vor Ort. Sie bemüht sich wirklich und will für uns sogar bei ihr bekannten gemeinnützigen Organisationen nachfragen, ob es einen Übergangslösung gibt. Außerdem gab sie mir den Tipp zumindest für die Kinderbetreuung mal beim Jugendamt anzurufen. Vielleicht haben die Kapazitäten, die im Notfall einspringen können.

Alles in allem ist die gesamte Situation ein Desaster, aber ich hoffe, dass sich alles zum Guten wendet. Nach der Woche hätte ich ein paar gute Nachrichten verdient.

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