Donnerstag, 14. April 2016

Wie ein altes Ehepaar

Gestern Abend nach dem Abendbrot waren die beiden großen Mäusekinder sehr ruhig in der unteren Etage. Zu ruhig. Ich machte mir Gedanken, was sie wieder anstellen. Sollte ich nach unten gehen und nachschauen? Vielleicht würde ich sie wecken, wenn sie doch schon im Bett sein sollten.
Kurz vor 21 Uhr traute ich mich doch nach unten und fand die beiden eng aneinander gekuschelt schlafend im Bett der Kaisermotte vor. Ein Bild für die Götter.

Geschwister kuscheln


Zum Glück gibt es solche Situationen bei uns öfter. Wenn ich mir die Beziehung der beiden zueinander anschaue, sind sie wie ein altes Ehepaar:

Sie kennen sich und ihre Macken schon ewig.
Die Kaisermotte ist zwar erst 4,5 Jahre alt, aber ihr Bruder war schon immer für sie da. Sie kennt kein Leben ohne ihn und der Kuschelbär kann sich auch nicht mehr an die Zeit vor der Kaisermotte erinnern.

Gemeinsames Spielen im Garten

Sie wachsen und lernen zusammen.
Da die beiden nur 1,5 Jahre trennen, haben sie sehr ähnliche Interessen und Fähigkeiten. Egal was einer gerade machen möchte, der andere ist begeistert dabei. Deshalb sind sie beide auf den gleichen Gebieten bewandert, wobei der Kuschelbär natürlich einen altersbedingten Vorsprung hat. Das hält die Kaisermotte allerdings nicht davon ab, alles genauso gut machen zu wollen wie ihr großer Bruder.

Sie teilen gerne.
Nicht nur Süßigkeiten und Geldgeschenke auch kleine Aufmerksamkeiten werden meistens gerecht geteilt.
Letztes Jahr wurden im Kindergarten Rascheleier gebastelt. Der Kuschelbär verzierte selbstverständlich ein zweites Ei für seine kleine Schwester und brachte es ihr stolz mit. Am Abend erzählte er mir ganz verständnislos, dass die anderen in seiner Gruppe keine Eier für ihre Geschwister gebastelt hätten. Er konnte gar nicht verstehen, warum nicht.

Kinder spielen am Waschbecken

Sie entwickeln gemeinsam Ideen.
Beim Rollenspiel ergänzen sie sich prächtig. Leider nutzen sie diese Fähigkeit auch beim Unfug anstellen. Einer alleine ist irgendwann mit seinem Latein am Ende, aber wehe der andere ist in der Nähe, dann habe ich als Mutter nichts zu lachen. Also zumindest im ersten Moment nicht. Meistens ergibt sich die Komik erst später bei ruhiger Betrachtung der abstrusen Situationen. Wenigstens habe ich so genug Geschichten für ihre Hochzeiten und runden Geburtstage.

Sie streiten, laut und heftig, aber das hält nie lange an.
Manchmal geht es zwischen den beiden heiß her. Da wird lautstark diskutiert, da werden Haar gezogen und manchmal wird auch geschubst oder gebissen. Zum Glück hält der Streit nie lange an. Spätestens nach 5 Minuten, wird wieder gemeinsam gespielt und nur noch Mama kann sich an den Grund der Auseinandersetzung und dass es überhaupt einen Streit gegeben hat erinnern.

Kinder machen Quatsch

Sie sind nicht immer einer Meinung, werden sich aber immer einig.
Die beiden sind sehr unterschiedlich, trotzdem finden sie immer einen gemeinsamen Nenner beim Gestalten ihres Alltags. Schnell wird diskutiert, welches Spiel gespielt werden soll. Jeder lässt sich gerne vom anderen überzeugen. So kommt es auch vor, dass die Kaisermotte unter der Aufsicht des Kuschelbärs Lego baut, obwohl das wirklich nicht ihre Lieblingsbeschäftigung ist. Im Gegenzug spielt der Kuschelbär auch bei der 5. Runde Lotti Karotti mit, obwohl er eigentlich gar keine Lust auf diese Spiel hatte.

Kinder stehen in Pfütze

Sie halten zusammen, wenn es wichtig ist.
Wird einer der beiden von jemand anderem angegriffen - sei es verbal oder körperlich. Muss er immer gegen zwei Gegner antreten. Unabhängig davon worum es geht, greift der andere sofort als Beschützer ein.

Kinder kuscheln beim Schlafen

Sie kuscheln beim Einschlafen.
Wir Eltern machen uns Gedanken um die Größe der Kinderzimmer und das demnächst zwei Kinder übergangsweise zusammen in einem Zimmer schlafen müssen. Ich glaube den Kindern wäre es am liebsten, wenn sie alle gemeinsam in einem Zimmer oder noch besser in einem Bett schlafen könnten.

Lachende Kinder kuscheln

Zusammenfassend kann ich sagen: Sie können manchmal nicht mit, aber wirklich nie ohne, einander! Die Liebe, die die beiden füreinander empfinden, ist bedingungslos.

Ich wünsche mir für meine beiden Großen, dass diese tiefe Verbundenheit für immer anhält. Egal, ob sie gute oder schlechte Zeiten zusammen durchstehen müssen, ob sie nah oder fern voreinander leben und auch dann noch, wenn sie selbst eigene Familien haben.

Kuschelbär und Kaisermotte, ich habe euch unendlich lieb. Bleibt so wie ihr seid. Ihr seid die besten Kinder, die ich mir vorstellen kann.

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