Freitag, 13. Mai 2016

Geduld was ist das?

Heute bin ich einen Tag über den (errechneten) Geburtstermin. 
Ich weiß, dass ist nur ein Wimpernschlag und nichts worüber man sich aufregen sollte. Trotzdem bin ich mit meiner Geduld am Ende. Nicht, dass ich irgendwann in meinem Leben schon einmal viel Geduld besessen hätte.

Bauch in der 41. SSW

Ich schaue hinunter auf meinen Bauch und bin froh, dass es dem Bauchzwerg da drin gut geht und dass es ihm in mir gefällt.

Trotzdem muss alles irgendwann ein Ende habe. Ich streichele sanft über die Kugel und spreche leise, manchmal auch nur in Gedanken, mit dem Bauchbewohner. Ich erkläre ihm, dass hier draußen nicht nur sein Papa und ich sondern auch drei wundervolle Geschwister und unglaublich tolle Großeltern auf ihn warten. Wir alle werden immer für ihn da sein und versuchen ihn glücklich zu machen.

Angst vor der Geburt habe ich keine. Dreimal schon habe ich Wehen durchgestanden, meist mehr als 12 Stunden lang, auch der Begriff Wehensturm ist mir nicht unbekannt. 
Vom Verstand her weiß ich auch, dass Wehen sehr schmerzhaft sind und mich an den Rand meiner Belastbarkeit und oft auch darüber hinaus bringen. Ich kann mich erinnern, dass ich geschrieen habe, dass ich körperlich am Ende meiner Kräfte war. Den Schmerz selber kann ich nicht erinnern. Glücklicherweise.
Deshalb kann ich auch diese Geburt unbelastet auf mich zukommen lassen. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass jede Geburt einzigartig ist. Es wird niemals zwei Geburten geben, die komplett gleich ablaufen. Vielleicht halte ich dieses Mal unser Kind bereits nach drei Stunden in den Armen, vielleicht dauert es dieses Mal einen ganzen Tag. Wer weiß. 

Das einzige was ich aktuell weiß: ich möchte unser kleinstes Familienmitglied endlich in den Arm nehmen dürfen, ihn ansehen, ihn riechen und küssen. 
Mehr als 38 Wochen ist er jetzt in meinem Bauch, seit mehr als 18 Wochen spüre ich erst sanft und dann immer kräftiger werdende Tritte und Bewegungen. Wie soll man nach so langer Zeit nicht ungeduldig auf dieses kleine Wunder werden?

So jetzt backe ich erst mal ein Brot für morgen und mache mir einen Grießschaum. Mit dieser süßen Leckerei werde ich mir die Wartezeit heute Abend genüsslich vertreiben. 

Spätestens am Sonntag muss ich zum CTG ins Krankenhaus. Mal sehen, ob es so weit kommt und was mir der Arzt dort erzählt.

Ich halte euch wie immer auf dem Laufenden und jetzt wünsche ich mir selber guten Appetit.

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