Donnerstag, 6. Oktober 2016

Sommer ade

Gestern wurde mir bei Regen und kaltem Wind bewusst, dass wir unseren Alltag wieder neu planen müssen.

nasse Kinderrutsche

In den letzten Monaten konnten wir trotz Neugeborenem fast jeden Nachmittag lange in den Garten. Die Frage, wie sich die Kinder am Nachmittag beschäftigen, kam nicht auf. Direkt nach dem oft späten Mittagsschlaf, wurden die nackten Füße in die Gartenschuhe gesteckt. Den Garagenschlüssel im Anschlag standen die Kinder vor der Haustür und warteten darauf endlich nach draußen zu dürfen. Sie holten ihre Fahrzeuge und machten den Garten unsicher. Zwei manchmal sogar drei Stunden wurde ununterbrochen alleine oder mit spontan dazugekommen Gastkindern getobt.
Die ursprüngliche, schier unendliche Kraft meiner Kinder konnte sich unter freiem Himmel entladen. 

Und plötzlich kommt der Herbst und alles wird anders.

Ich stehe unter dem Carport. Die kurz zuvor noch scheinende Sonne ist längst wieder dem Regen gewichen. Ich habe zwei Jacken übereinander an, weil ich von unserm Spaziergang am Morgen immer noch durchgefroren bin.
Der Knuffelhase liegt im Kinderwagen. Er trägt eine dicke Mütze und die passende Jacke und ich überlege ernsthaft, ob ich ihm nicht lieber auch Handschuhe angezogen hätte. Die kleinen Händchen sind doch schon sehr kalt. Die Großen rennen in Regenjacken und -hosen durch das nasse Gras. Die Kapuzen weit ins Gesicht gezogen. Vor dem Haus leuchtet unser Halloweenkürbis und ich betrachte wehmütig das plattgefahrene Gras.
Ich muss mir eingestehen, dass dieser wunderbare Sommer endet. Der Sommer in dem wir eine sechsköpfige Familie geworden sind. Der Sommer in dem der Kuschelbär eingeschult wurde. Der Sommer in dem die Kaisermotte Fahrrad fahren gelernt hat. Der Sommer in dem uns der Knuddelkäfer endlich all seine Gedanken mitteilen konnte.

Jetzt beginnt der Herbst. 
Die Zeit für Kastanien und Basteln. Für heiße Schokolade und kuschlige Vorlesestunden. 

Unser Alltag muss und wird sich verändern. Anstelle nach draußen zu rennen und zu toben, müssen wir als Familie neue Beschäftigungen finden. Beschäftigungen, die die Energie meiner Kinder in sinnvolle Bahnen lenken. 
Drinnen ist es eng und manchmal kommt Langeweile auf. Das Umgehen mit dieser Langeweile muss erst wieder gelernt werden. 
Um den Übergang zu erleichtern habe ich bereits im Vorfeld einige Bastelideen gesammelt und der Bücherschrank ist randvoll. 

Es ist Herbst.

Trotz aller Trauer über das Ende dieses tollen Sommers, freue ich mich auch auf diesen Teil des Jahres. Ich weiß, dass ich wieder mehr in die Aktivitäten der Kinder einbezogen werde. Ich werde wieder etwas mehr gebraucht und sei es nur um neuen Kleber anzurühren oder etwas fest zu halten. Außerdem ist Kuscheln auf dem Sofa mit einem tollen Buch sowieso eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Nicht nur im Herbst.

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